- Drei aktuelle Publikationen von je Prof. Matthias Augustin, Prof. Diamant Thaci, und Prof. Zhiqiang Xie, bestätigen Stellenwert von Pimecrolimus (Elidel®) bei Behandlung der leichten bis mittelschweren atopischen Dermatitis (AD)
- Pimecrolimus lindert nicht nur nachhaltig Symptome von AD und stellt die Hautbarriere wieder her, sondern erste Hinweise zeigen, dass der Wirkstoff die durch topische Kortikosteroide (TCS) induzierte Hautatrophie positiv beeinflussen könnte
- Therapie mit Pimecrolimus sollte möglichst früh erfolgen, um mögliche stärkere Schübe zu vermeiden
- Neuer Behandlungsalgorithmus gibt praxisnahe Anleitung zur Therapie der AD
Bad Homburg v. d. Höhe, 18. Dezember 2025 — Prof. Dr. med. Matthias Augustin, Institutsdirektor und Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg, Prof. Dr. med. Diamant Thaci, Sektionsleitung und Direktor des Instituts für Entzündungsmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Sektion für Entzündungsmedizin Lübeck, Campus Lübeck und Prof. Zhiqiang Xie, Department of Dermatology, Third Hospital of Peking University, Beijing, China zeigen in ihren aktuellen Publikationen1 den Stellenwert von Pimecrolimus (Elidel®) in der Therapie der leichten bis moderaten AD2,3,4. Über eine effektive Symptomlinderung hinaus beeinflusst Pimecrolimus, das zur Wirkstoffklasse der topischen Calcineurininhibitoren (TCI) gehört, steroidbedingte Hautatrophien positiv und stabilisiert langfristig die Hautbarriere3. So wird der Weg frei für ein nachhaltiges, steroidsparendes Behandlungsmanagement.
Die AD gilt weltweit als die häufigste chronisch entzündliche Hauterkrankung im Kindes- und Erwachsenenalter, die zudem einen starken negativen Einfluss auf die Lebensqualität der Patient:innen und ihrer Familienmitglieder aufweist. Dieser Effekt ist ebenso groß oder größer als bei Asthma bronchiale oder Diabetes mellitus im Kindesalter.5,6
Die stigmatisierenden Hautveränderungen in Kombination mit dem ausgeprägten Juckreiz stellen im Kindesalter eine erhebliche Belastung für die gesamte Familie dar. Häufig leiden Kinder mit AD auch unter Schlafstörungen, die wiederum die betreuenden Bezugspersonen beeinträchtigen. In 85 % der Fälle liegt der Krankheitsbeginn bereits vor dem 5. Lebensjahr.7 Besonders in der pädiatrischen Population werden topische Kortikosteroide (TCS) häufig als First-Line-Therapie zur kurzfristigen Behandlung von Schüben empfohlen. Allerdings sind sie aufgrund ihrer Nebenwirkungen auf die Haut wie einer Hautatrophie sowie möglicher systemischer Effekte für eine langfristige Anwendung nicht geeignet.8 Zudem treten besonders an empfindlichen Hautarealen – wie im Gesicht oder im Halsbereich – häufig Unverträglichkeiten auf. Dies gilt nicht nur für die pädiatrische Population, sondern auch für empfindliche Hautregionen bei erwachsenen AD-Patient:innen.
Neuer steroidsparender Therapiealgorithmus empfiehlt Pimecrolimus als First-Line bei leichter und mittelschwerer AD für empfindliche Hautareale und für Kinder
Ziel eines Expert:innentreffens von sechs Europäischen Dermatolog:innen und Pädiater:innen war es, einen TCS-sparenden Behandlungsalgorithmus für das Management von Kindern mit milder bis mittelstarker AD und AD an empfindlichen Hautregionen zu erstellen, der in ganz Europa angewandt werden kann.2
Im Fokus dieses neuen, praxisorientierten Algorithmus steht die Therapie mit Calcineurininhibitoren. Gemäß diesem Algorithmus sollte Pimecrolimus 1 % Creme bei leichter bis mittelschwerer AD an empfindlichen Hautarealen primär eingesetzt werden – sowohl bei Säuglingen und Kindern als auch bei Erwachsenen. Zusätzlich wird in jedem Fall die Anwendung von Emollientien (Hautpflegemittel) empfohlen, die Grundlage jeder AD-Behandlung sind.
Bei leichter AD wird die zweimal tägliche Applikation von Pimecrolimus empfohlen, bis die Symptome verschwinden. Dasselbe gilt für akute Schübe leichten Ausmaßes (siehe primäre Abbildung/Abbildung 1). Dasselbe Vorgehen empfiehlt sich für mittelschwere AD für Kleinkinder (≥ 3 Monate), Kinder (≥ 2 Jahre) sowie für sensible Hautareale in jedem Alter. Im Gegensatz zu leichter AD werden hier bei Kleinkindern und Kindern bei akuten Schüben im ersten Schritt niedrig- bis moderat starke TCS empfohlen, um eine Schubkontrolle zu erreichen. Im Anschluss soll mit Pimecrolimus zweimal täglich weiterbehandelt werden. Bei sensitiven Hautarealen, bei denen auch die Gefahr einer Hautatrophie besteht, wird auch bei akuten Schüben Pimecrolimus eingesetzt. Für die mittelschwere AD werden in diesem Algorithmus ebenfalls Pimecrolimus oder Tacrolimus empfohlen.2 „Auf der Basis großer klinischer Erfahrung befürworten wir diesen topische kortikosteroide-sparenden Therapiealgorithmus für Kinder mit leichter bis mittelschwerer atopischer Dermatitis sowie für leichte bis mittelschwere atopischer Dermatitis an sensitiven Stellen in jedem Alter“, erklärte Augustin.
Daraus resultiert frühzeitig – bei den ersten Symptomen – mit einer Pimecrolimus-Therapie zu beginnen und diese bis zum Abklingen der Symptome fortzuführen.9 Studien zeigen, dass erwachsene Patient:innen bis zu 144 Tage beziehungsweise Kinder bis zu einem Jahr schubfrei bleiben können.10,11
Intakte Hautbarriere bleibt auf lange Sicht erhalten
TCS sind für die langfristige Anwendung ungeeignet, da sie die Hautbarriere beeinträchtigen und eine Hautatrophie verursachen können.8 Im Gegensatz dazu lindern Calcineurininhibitoren wie Pimecrolimus nicht nur die Symptome der AD, sondern unterstützen den Erhalt der Hautbarriere: Transmissionselektronenmikroskopische Aufnahmen des Übergangsbereichs zwischen dem Stratum granulosum (SG) und dem Stratum corneum (SC) belegen, dass es nach der Behandlung mit Pimecrolimus zur Bildung einer regelmäßigen und kontinuierlichen extrazellulären Lipid-Doppelschichtstruktur kommt (siehe Abbildung 2).12 Eine weitere Studie zeigte nach dreiwöchiger Anwendung von Pimecrolimus eine signifikante Zunahme normaler Lamellenkörper und den Erhalt der Lipid-Doppelschichtstruktur im Gegensatz zur Behandlung mit TCS.13 Auch aktuellen Übersichtsarbeiten zufolge kommt es bei längerfristigen Anwendungen von Pimecrolimus nicht zu einer Ausdünnung der Epidermis.14,15
Die aktuelle Publikation von Thaci et al. gibt erste Hinweise: Pimecrolimus-Therapie könnte steroidbedingte Hautatrophie positiv beeinflussen
Bei Patient:innen mit steroidinduzierter Hautatrophie – insbesondere in empfindlichen Arealen wie Gesicht oder Hals – könnte eine intermittierende Therapie mit Pimecrolimus 1 % Creme die Hautbarriere wieder herstellen.3 Dies zeigte eine aktuelle multizentrische Phase-IV-Studie, die in vier deutschen dermatologischen Universitätskliniken durchgeführt wurde. 41 Erwachsene mit milder bis moderater AD und bestehender TCS-induzierter Hautatrophie im Gesicht und an den Beugen des Ellenbogens wurden intermittierend mit Pimecrolimus 1 % Creme behandelt.3 Eine Besserung der Hautatrophie und Teleangiektasien wurde mit einem Dermatoskop, das an einer Digitalkamera befestigt war, im sogenannten Dermatophot®-Score evaluiert.3
Bereits nach vier Wochen zeigte sich eine signifikante Besserung (p < 0,002), die über die gesamte Studiendauer zunahm: Der Dermatophot-Score, der sich aus der Kombination der Nutzung von Dermatoskop und einer Digitalkamera ergab, verbesserte sich im Mittel um 30,5 % im Gesicht und um 38,6 % an den Ellbogen (je p < 0,0001).3 Parallel nahm die mit Hilfe von Ultraschallmessung objektiv ermittelte Hautdicke deutlich zu (Gesicht + 64,4 %; p = 0,002 und an den Beugen + 19,9 %; p = 0,016).
Klinische Symptome verbesserten sich bei fast 60 % der Teilnehmer:innen. Rund die Hälfte erzielte am Studienende fast oder vollständig abgeheilte Hautläsionen. Dies wurde im Erreichen der Werte 0 (erscheinungsfrei) oder 1 (fast erscheinungsfrei) im Investigator’s Global Assessement Score (IGA) abgebildet. Der IGA dient der Dokumentation von Ausdehnung und Schweregrad der AD. Besonders wirksam war Pimecrolimus bei Patient:innen, die weniger Kortikosteroid-Rescue-Therapie benötigten. Nebenwirkungen waren selten und mild und bestanden z. B. in lokalen Reizungen.3 Damit liefert die Studie erstmals belastbare Daten dafür, dass Pimecrolimus nicht nur keine Hautatrophie verursacht, sondern möglicherweise bestehende Schäden der Epidermis und Dermis teilweise rückbilden kann.3 „Unsere Studie zeigt, dass die langfristige Behandlung mit Pimecrolimus 1 % Creme zu der Wiederherstellung der durch topische Kortikosteroide geschädigten Haut und zu einer guten Krankheitskontrolle führen kann“, so das Fazit von Thaci.
Eine dritte aktuelle Publikation einer multizentrischen Real-World-Studie weist nach, dass Pimecrolimus auch bei anderen Ethnien wirksam ist.4 Hierzu wurden 130 chinesische Patient:innen mit leichter bis mittelschwerer AD aus zwei Altersgruppen (2-12 Jahre und ≥ 12 Jahre), die Hautläsionen in sensitiven Arealen aufwiesen, mit Pimecrolimus 1 % Creme behandelt. Dadurch verringerte sich sowohl der Juckreiz als auch die Hautläsionen, erhoben im SCORAD (SCORing of Atopic Dermatitis) um 60 % (p < 0,0001).4 Zudem nahm die Lebensqualität zu. Auch in dieser Studie wurde Pimecrolimus gut vertragen.4 Es wurde deutlich, dass Pimecrolimus unter Praxisbedingungen bei chinesischen Patient:innen mit leichter bis mittelschwerer AD eine gute Wirksamkeit aufweist, besonders bei Kindern und in empfindlichen Hautregionen.
„Die drei aktuellen Publikationen von Prof. Matthias Augustin, Prof. Diamant Thaci, und Prof. Zhiqiang Xie zeigen, dass das wissenschaftliche Interesse an Pimecrolimus nach mehr als zwei Jahrzehnten immer noch sehr hoch ist. Wir freuen uns, dass Patientinnen und Patienten – ob Kinder oder Erwachsene – die Creme als früh wirksame, verträgliche und hautschonende Erstlinientherapie bei leichter bis mittelschwerer atopischer Dermatitis – besonders an empfindlichen Arealen – weiter verordnet wird“, so Simon von Boeselager, Leiter des Deutschlandgeschäftes von Viatris.
Bildmaterial
Primäre Abbildung/Abbildung 1:

Primäre Abb./Abb. 1: Pimecrolimus First-Line für leichte bis mittelschwere atopische Dermatitis: Der neue europäische Behandlungsalgorithmus empfiehlt Pimecrolimus bereits ab dem ersten Symptom – für eine frühzeitige Kontrolle der atopischen Dermatitis und ohne Risiko einer Hautatrophie.
Abbildung 2:

Abb. 2: Transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme des Übergangsbereichs zwischen dem Stratum corneum (SC) und dem Stratum granulosum (SG): Nach Behandlung mit Pimecrolimus zeigt sich eine regelmäßige und kontinuierliche extrazelluläre Lipid-Doppelschichtstruktur (Aufnahme oben). Nach Behandlung mit Betamethason ist die Lipid-Doppelschichtstruktur unregelmäßig und zum Teil durchbrochen.
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1 Die Publikationen von Prof. Dr. med. Matthias Augustin und Prof. Zhiqiang Xie wurden finanziell von Viatris unterstützt. Die Studie von Prof. Dr. med. Diamant Thaci erhielt dagegen keine finanzielle Unterstützung von Viatris.
2 Augustin M, Luger Th et al. (2025). A practical algorithm for the treatment of mild-to-moderate atopic dermatitis (AD) in pediatric patients in Europe: expert recommendations. Journal pf Dermatological Treatment; 36(1):2503281.
3 Thaçi D, Bräutigam M et al. (2025). Corticosteroid-induced skin damage improved with pimecrolimus cream 1 % treatment: a 1-year study in adults with mild to moderate atopic dermatitis. Journal of Dermatological Treatment; 36(1):2493931.
4 Xie Z, Chang J et al. (2025). A prospective observational study to evaluate the actual use of 1% pimecrolimus in Chinese patients with mild-to-moderate atopic dermatitis affecting sensitive skin areas. Pragmatic Observational Research; 16:39–49.
5 Ali F, et al. (2020). Counting the Burden: Atopic dermatitis and health-related quality of life. Acta Dermato-Venereologica; 100(12):5766.
6 Lewis-Jones S (2006). Quality of life and childhood atopic dermatitis: the misery of living with childhood eczema. The International Journal of Clinical Practice; 60(8):984–992.
7 Czarnowicki T, He H et al. (2019). Atopic dermatitis endotypes and implications for targeted therapeutics. The Journal of Allergy and Clinical Immunology; 143(1):1–11.
8 Barnes L, Kaya G et al. (2015). Topical corticosteroid-induced skin atrophy: a comprehensive review. Drug Safety; 38(5):493–509.
9 Fachinformation Elidel, Stand: Dezember 2022. https://www.fachinfo.de/fi/pdf/008007/elidel-r-10-mg-g-creme.
10 Meurer M, Fölster-Holst R et al. (2002). Pimecrolimus cream in the long-term management of atopic dermatitis in adults: a six-month study. Dermatology; 205:271–277.
11 Wahn U, Bos JD et al. (2002). Efficacy and safety of pimecrolimus cream in the long-term management of atopic dermatitis in children. Pediatrics 2002;110(1):e2.
12 Jensen J.M. et al. (2009). Different effects of pimecrolimus and betamethasone on the skin barrier in patients with atopic dermatitis. The Journal of Allergy and Clinical Immunology; 123(5):1124–1133.
13 Jensen J.M. et al. (2013). Effects of pimecrolimus compared with triamcinolone acetonide cream on skin barrier structure in atopic dermatitis: a randomized, double-blind, right-left arm trial. Acta Dermato-Venereologica; 93(5):515–519.
14 Luger TH, Chu CY et al. (2024). Pimecrolimus 1% cream for mild-to moderate atopic dermatitis: a systematic review and meta-analysis with a focus on children and sensitive skin areas. European Journal of Dermatology; 33:474–486.
15 Zhao Z, Gao XH et al. (2022). Experts' consensus on the use of pimecrolimus in atopic dermatitis in China: A TCS-sparing practical approach. Dermatology and Therapy; 12(4):933–947.